Das Leben in der Schillerstraße

Lachen mit Cordula Stratmann, Annette Frier und Ralf Schmitz

Bewohnerin der Schillerstraße: Cordula Stratmann - Sat.1/ Stefan Menne
Bewohnerin der Schillerstraße: Cordula Stratmann - Sat.1/ Stefan Menne
Die Improvisations-Comedy war 3 Jahre lang bis zur Ausstrahlung der vorerst letzten Folge im April 2007 der Publikumsmagnet auf Sat.1. Ende 2008 gab es eine Neuauflage.

Improvisationstheater führte jahrelang ein Szenekennern vorbehaltenes Nischendasein in der deutschen Unterhaltungslandschaft. Mit dem Improvisations-Comedy-Format „Schillerstraße“, das ab dem 3. September 2004 wöchentlich beim deutschen Privatsender Sat.1 ausgestrahlt wurde, änderte sich das. Comedy-Star Cordula Stratmann, bislang vor allem den Zuschauern des WDR durch ihre Auftritte als Hausfrau Annemie Hülchrath in der Unterhaltungssendung „Zimmer Frei!“ bekannt, übernahm die Hauptrolle in der zunächst für eine Dauer von 30 Minuten angelegten Sendung, die ab Januar 2005 wegen des großen Erfolges auf eine Stunde verlängert und auf den donnerstäglichen Hauptsendeplatz um 20.15 Uhr verlagert wurde. Von Januar bis April 2007 war die Schillerstraße schließlich freitags zur selben Sendezeit zu sehen.

Authentizität und Starbesetzung

Stratmann und ihre ebenfalls zur festen Besetzung gehörenden Comedykollegen Annette Frier, Martin "Maddin" Schneider, Michael Kessler und Ralf Schmitz verliehen ihrer Rolle durch das Beibehalten ihres richtigen Namens fortan besondere Authentizität. Frier spielte Stratmanns Sandkastenfreundin. Schmitz, Schneider und Kessler verkörperten die drei besten Freunde von Stratmann und Frier. Weitere komödiantische Charaktere wie Stratmanns Nachbar Tetje Mierendorf, Heizungsmonteur und Kammerjäger Mario Barth oder Stratmanns durch Rüdiger Hoffmann verkörperter Ex-Freund hatten in einigen Sendungen einen Gastauftritt.

Improvisationen wie im Theater

Ihren Theaterstück-ähnlichen Charakter erhielt die in den mmc-Studios in Köln-Hürth aufgezeichnete Sendung durch die auf einer Bühne aufgebaute Kulisse der fiktiven Schillerstraße 9 in Köln, in der sich über lange Zeit der Ort des wöchentlichen Geschehens in Form von Stratmanns Wohnung befand. Das Studiopublikum saß auf Zuschauerrängen unmittelbar vor der Bühne und konnte so die Geschehnisse wie im Theater hautnah miterleben. Der Spielführer, von September 2004 bis August 2005 verkörpert durch Georg Uecker, ab September 2005 bis zum vorläufigen Ende der Produktion im April 2007 von Schillerstraßen-Erfinderin Maike Tatzig, befand sich in einem verglasten Raum hinter dem Studiopublikum und führte mit ein paar einleitenden Worten zu Beginn der Sendung in die an diesem Abend grob vorgegebene Situation im Hause Stratmann ein. Im weiteren Verlauf gab der Spielführer den Darstellern jeweils über einen Empfangsknopf in deren Ohr für das Publikum auf einer Leinwand sichtbare Regieanweisungen, die diese aus dem Stehgreif in die während der gesamten Zeit vollkommen improvisierte, drehbuchfreie Szenerie einbauen mussten.

Spontanität und Situationskomik

Von den spontanen Einfällen der Comedians und den sich daraus ergebenden komischen Situationen lebte das Konzept der „Schillerstraße“. Aktuelle Ereignisse, wie beispielsweise die am 01. Januar 2007 erfolgte Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland von 16 auf 19 Prozent, lieferten die Vorlage für spezielle Ausgangssituationen in den Schillerstraßen-Folgen - in besagtem Fall stellte ein von Stratmann im Supermarkt getätigter Großeinkauf und dessen Auswirkungen den Anfang einer Folge dar. Besondere Komik erlangte die Sendung, als die Hauptdarstellerin im wirklichen Leben schwanger wurde, ihre Schillerstraßenrolle daraufhin an Gewicht zulegte und dies in der Serie als krankhafte Fresssucht verarbeitet wurde, woraus sich in vielen Folgen eine Reihe sarkastischer Schlagabtausche zwischen ihr und ihren Freunden entwickelten. Stratmanns Babypause wurde in der Schillerstraße als Abmagerungskur ihrer Person im fiktiven Bad Steben verarbeitet. In der Zeit von Stratmanns Abwesenheit konzentrierte sich das Geschehen in der Schillerstraße auf einen neu hinzu gekommenen Schauplatz: Die Gastwirtschaft „Das Schillereck“ mit ihrem von Bernhard Hoecker gespielten Wirt. Nach Stratmanns Babypause wurden in manchen Folgen beide Schauplätze nebeneinander eingesetzt, was durch eine extra dafür konstruierte drehbare Zuschauertribüne erreicht wurde.

Das vorläufige Ende und der Neuanfang

Die am 26. Januar 2007 ausgestrahlte 100. Folge bestand aus einer 90-minütigen Spezialausgabe, in der auf die Geschehnisse der vergangenen 99 Folgen zurückgeblickt wurde. Am 20. April 2007 wurde mit der 111 Folge die vorerst letzte Episode der Schillerstraße ausgestrahlt. Kurze Zeit später wurde der Ausstieg von Stratmann aus der Sendung bekannt. Über ein Jahr wurden die Anhänger der Serie daraufhin im Dunkeln gelassen, ob und wie es mit der Schillerstraße weitergehen würde. Lediglich eine Doppel-DVD mit 12 Folgen der Sendung wurde im Mai 2008 auf den Markt gebracht. Im Juni 2008 schließlich wurde von Sat 1 bekannt gegeben, dass die Schillerstraße mit veränderter Besetzung und Jürgen Vogel in der Rolle des zukünftigen Hauptmieters vom Winter 2008 an fortgesetzt werden soll. Ab 5. Dezember 2008 gab es dann die besagte Neuauflage mit vielen neuen und einigen wenigen alten Gaststars, wie Oliver Pocher, Oliver Welke und Annette Frier. Jedoch konnte die erneuterte Schillerstraße nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen und wurde nach Ablauf der 12 Folgen umfassenden neuen Staffel erneut vorerst eingestellt.

Stephanie Riechelmann, Stephanie Riechelmann

Stephanie Riechelmann - Hallo liebe Leser! Willkommen in meinem Profil! Ein paar Dinge über mich: Ich bin studierte Sozialwissenschaftlerin, 36 Jahre ...

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